Testbericht von Dirk Weinerowski
Der Challenger ZOOM ist ein 4-Leiner- Tubekite, der mit seinem hohen AR und der Leistung im Hochleistungsbereich anzusiedeln ist. Der Kite ist standesgemäß sehr gut verarbeitet. Er wurde an den wichtigen Stellen, besonders an den Tubeenden, gut verstärkt. Das Tuch des Drachen ist nicht direkt an die Fronttube angenäht, so lässt er sich im Falle des Falles besser reparieren. Die Quertubes sind überdurchschnittlich dünn, benötigen eine Menge Druck, werden aber steinhart und halten das Profil zusammen mit der segmentierten Fronttube (patentiert bei Lino Scerbo) ausgezeichnet. An den Tipps befindet sich ein Resquehandle und das vom Mantha bekannte B.A.S. (Back Adjustment System), über das sich der Turningspeed auf die jeweiligen Vorlieben anpassen lässt. Weiterhin hat der ZOOM einen Anknüpfpunkt für die Pumpe, und ein Schlauchbootventil. Es bleibt festzuhalten, das es dem ZOOM ausstattungstechnisch an nichts fehlt, man aber auch nicht den Eindruck bekommt das er überdesigned wurde. Dadurch, dass sich nur beim 18er und 20er Latten an den Tipps befinden, die herausnehmbar sind, lässt sich der ZOOM sehr klein zusammenpacken. Dies spart beim nächsten Flug in den Kiteurlaub Platz im Boardbag.
Der ZOOM ist ein „Wohlfühlkite“. Starten, los fliegen und Spaß haben. Nach dem Start steht der Kite stabil im Zenit und schon bei den ersten Lenkimpulsen merkt man das direkte Ansprechen des Kites. Er reagiert schnell und ohne Verzögerung auf jede Bewegung an der Bar. Die Lenkkräfte liegen im Mittelfeld, d.h. man bekommt ein gutes Feedback und weis immer wo der Schirm steht, bekommt aber keine dicken Arme beim Achten fliegen.
Der ZOOM krabbelt zügig an den Windfensterrand und läuft ausgezeichnet Höhe. Besonders das Flugverhalten in böigen Bedingungen hat mich beeindruckt. Der Schirm ist immer gut kontrollierbar und setzt die Power sofort in Geschwindigkeit um. Läßt man diese zu und bremst den Schirm nicht völlig aus wird er richtig schnell. Nutzt man diese Geschwindigkeit und lenkt den Schirm hinter sich, entwickelt er bis ca. 12 Uhr kaum Zug so dass man die Kante bis zum Absprung optimal halten kann. Anschließend setzt der Lift ein und der Schirm befördert den Rider kraftvoll Richtung Himmel. Hat man den Scheitelpunkt erreicht, schwebt man wie mit einem Fallschirm zurück gen Wasser.
Der ZOOM hat eine grandiose Hangtime, was Zeit zum Genießen oder,für alle Arten von Moves lässt. Für einem 12er Schirm ist es selbstverständlich, dass er gut wasserstartbar ist, obwohl man dies kaum braucht. Der Schirm stürzt so gut wie nie ab. Und sogar der 20er ist bei wenig Wind, mit etwas Geschick, wieder schnell im Zenit. Ein vergleichendes Wort zum Angleitverhalten. Mit dem 20er musste ich Achten fliegen als ein anderer mit dem 20er Blacktip Achten geflogen ist, und mit dem 16er, als ein 16er Rhino 2 mit einem leichteren Fahrer, achten geflogen ist. Dies lässt daraus schließen, dass der ZOOM trotz hohem AR früh losgeht.
Der ZOOM wird komplett mit Bar, farbigen Dynema- Leinen, T-Shirt, Pumpe, Bag, Reparaturkit, CD-Manual und Challengerschlüsselband geliefert. Hierbei ist der Komplettpreis von 935€ für ein aktuelles 2004 Modell durchaus ein verlockendes Angebot. Die Bar hat jeweils ein Quick- Release am Chickenloop und am Fixloop. Die Auslösekraft ist hier mit ca. 8kg (auf der Kitesurf-Trophy von Mr. Sicherheit „ mmMeikel“ getestet) durchaus im unteren Bereich. Bei der Bar ist jedoch anzuraten die mitgelieferten Kugeln durch andere auszutauschen oder das System so zu modifizieren, dass man nur Ringe nutzt (die an der Bar befindlichen sind hierzu gut geeignet).
Fazit: Der ZOOM ist ein wirklicher Wohlfühlkite. Er ist einfach zu fliegen und auch in Böen gut zu kontrollieren, überzeugt durch hohe Geschwindigkeiten, gutem Lift und überragender Hangtime. Er eignet sich für Aufsteiger genauso wie für sportliche Fahrer bis hin zum Contestrider.
Weitere Infos siehe www.challengersails.de